Montag, 15. April 2013

Cornelia Funke - Tintenherz

Ich bin in meinen Semesterferien auch endlich mal wieder dazu gekommen mehr zu lesen. Das hat mich wirklich gefreut und deshalb gibt es auch gleich einmal eine Rezension. :)


Titel: Tintenherz
Autor/in: Cornelia Funke (eine Göttin !)
Verlag: Dressler
Genre: Jugendroman / Roman
Preis: variiert 9,95 (Taschenbuch) 19,90 (Gebunden)
Seiten: 573











" In einer stürmischen Nacht taucht bei Meggie und ihrem Vater Mo ein seltsamer Gast auf. Er warnt die beiden vor einem Mann names Capricorn. Am nächsten Morgen reisen Mo und Meggie überstürzt zu Tante Elinor. Diese verfügt über die kostbarste Bibliothek, die Meggie je gesehen hat. Hier versteckt Mo das Buch, das an der ganzen Aufregung schuld ist. Meggie hat es vor Jahren schon einmal gelesen. Doch jetzt wird es zum Mittelpunkt eines unglaublichen, magischen und atemberaubenden Abenteuers, in dessenVerlauf Meggie in große Gefahr gerät."


Tintenherz ein Buch, welches eigentlich für Jugendliche gemacht ist. Mich mit meinen 20 Jahren aber immer noch von der ersten Seite angefesselt hat. Dementsprechend habe ich die knapp 550 Seiten auch innerhalb von wenigen Tagen wieder einmal verschlungen. Übrigens nicht mit dem Film vergleichen. Tintenherz ist wirklich die schlechteste Buchverfilmung der Welt und ich finde Buchverfilmungen selten gut ..

Ich liebe die Thematik des Vorlesens die im Buch auf Gegriffen wird und auch das Bücher an sich oder hier eher ein Buch im Mittelpunkt stehen. Cornelia Funke hat es geschafft was niemand vorher geschafft hat. Sie hat mich dazu gebracht mich mit Charakteren zu identifizieren. Hierzu sollte ich sagen, dass ich Tintenherz das erste Mal gelesen habe als ich 12 oder 13 war. Vorher habe ich auch schon immer gerne gelesen, aber wie gesagt es war das erste Mal das mir Charakter so nahe waren. Auch jetzt habe ich mich wieder sehr mit Meggie identifizieren können, welche Bücher ebenso liebt wie ich und immer eins dabei hat. Sie schläft mit ihnen unter dem Kopfkissen, weil sie ihr dann ihre Geschichte zuflüstern. Übrigens etwas das ich mir abgeguckt habe. Unter meinem Kopfkissen ist mindestens ein Buch zu finden.
Aber auch Elinor, die Tante mit der riesigen Bibliothek, ist mir sehr sympathisch, da ich immer ein bisschen sein wollte wie sie. Nur nicht so einsam und verschlossen wie sie am Anfang ist.
Mein liebster Charakter bleibt aber immer Staubfinger, der Feuerspucker der mehr als nur ein bisschen Sehnsucht und Heimweh nach der Tintenwelt hat. Er will zurück und probiert es auf alle Wegen. Auch wenn er teilweise fatale Entscheidungen trifft, ist er tief in seinem Herzen doch gut und ehrlich.Vor allem wird immer wieder angedeutet das er Meggie's Mutter liebt, wohl sein Herz doch an einer Frau in der Tintenwelt hängt.
Wie ihr seht die Charaktere sind mir ans Herz gewachsen als wären sie real, als würde an der nächsten Ecke einer von ihnen auf mich warten, aber auch die Bösewichte sind gelungen. Gänsehaut ist garantiert.

Genau das bringt mich jetzt zu einem anderen Thema: Ich finde das Buch für einen Jugendroman doch recht „brutal“. Natürlich gibt es keine detaillierten blutigen Sterbesezenen, aber Andeutungen und das Feuer kehrt auch immer wieder zurück (teilweise aber auch auf der guten Seite, Staubfinger). Für ganz junge Lese ist es vielleicht nicht direkt das richtige Buch, aber ich denke ab einem gewissen Alter kann man gut damit umgehen und ich glaube als ich es gelesen habe ist mir das nicht einmal besonders aufgefallen oder hat für Albträume gesorgt. Ich glaube jetzt beim zweiten Mal ist mir mehr aufgefallen wie oft die Thematik Tod und Mord wirklich vorkommt, weil mir das lesen ja leichter fällt und ich mich auf andere Sachen konzentrieren konnte, also auf Details.

Übrigens ist es auch ein großes Talent von Cornelia Funke so zu schreiben, dass man immer ein Bild vor Augen hat, die Gerüche beinahe selber riechen kann. Es ist beinahe wie in Tintenherz. Diese Welt erwacht um mich herum, wenn ich es lese. Meggie thematisiert das immer wieder, wie Bücher einen in den Bann ziehen können. Einfach nur grandios und sehr toll.
Als ich jünger war wollte ich auch immer in der Tintenwelt leben bei den Feen und Riesen. Mit den Feuerspucker und Wolkentänzern. Auch jetzt wäre ich nicht abgeneigt. Ich glaube meine Liebe zum Mittelalter ist auch durch dieses Buch entstanden.

Wunderbar gelungen sind auch die einleitenden Zitate für jedes Kapitel, welche aus ganz unterschiedlichen Werken stammen. Sie passen inhaltlich einfach immer sehr gut.
Erwähnen möchte ich hier auch die Illustrationen, welche aus Funkes Hand stammen. An jedem Kapitelende sind sie zufinden und auch das Cover stammt von ihr. Übrigens symbolisiert jeder Buchstabe einen Charakter.

Kleiner Tipp am Rande: Wenn ihr Zeit und Lust habt oder einfach nur Cornelia Funke gerne habt bzw ihre Bücher und Illustrationen im Schloss Oberhausen ist noch bis zum 20.05 eine Ausstellung mit ihren Skizzen zu bewundern. In welcher ich gelernt habe wie lange es dauert bis wirklich auch diese kleinen Details entstehen. Zum Beispiel gibt es zum Tintenherzcover allein etwa 20 Ideen und zu den Buchstaben noch einmal so viele. Jede Zeichnung ist versehen mit Randnoitzen und mit Kapitelangaben. Cornelia Funke steckt wirklich viele Liebe in diese kleinen Details und das finde ich sehr schön, auch wenn in Tintenherz keine großen Bilder zu finden sind wie in den frühern Werken, welche mehr auf Kinder ausgerichtet sind.
Wenn ich kreativ und begabt wäre hätte ich wohl auch Buchillustration studiert. ;) 

Fazit: Wenn ich könnte würde ich mich auch in Bücher lesen lassen. In Tintenherz, um mich dann von Meggie oder Mo in die Tintenwelt lesen zu lassen. Ich kann Tintenherz uneingeschränkt empfehlen, aber nicht nur für Kinder und Jugendliche, sondern auch an Erwachsene. Es ist einfach eine wundervolle phantasievolle Geschichte mit viel Spannung, welche vielleicht einfach geschrieben ist und nicht sehr anspruchsvoll wirkt, aber mit liebenswerten Charakteren und tollen Themen doch zu einer wahren Perle in meinem Bücherregal geworden ist.

Liebe Grüße 
Annika

Kommentare:

  1. Ich weiß, dass Tintenherz relativ "berühmt" ist, muss jedoch gestehen, dass ich bisher weder das Buch gelesen noch den Film gesehen habe *schäm*
    Vielleicht sollte ich das echt mal nachholen, also das Buch und nicht den Film (so viel habe ich jetzt mindestens von dir gelernt) ;)

    Liebe Grüße...

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    1. Das ist keine Schande. Es gibt so viele "berühmte" Bücher, welche ich bisher verpasst habe.
      Das solltest du wirklich. Wenn du erst ließt bist du total enttäuscht vom Film und andersherum ist bei Buchverfilmungen sowieso keine Option. ;) Es ist nicht das der Film an sich total grottenschlecht ist, aber wenn man die Vorlage kennt, kann man nur enttäuscht sein.

      Liebe Grüße

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